Kurzfassung
Ein Händler mit sechs Standorten im Grossraum Zürich wurde in der lokalen Suche und in KI-Antworten mit Ortsbezug schlechter gefunden als deutlich kleinere Anbieter. Ursache waren nicht die Inhalte, sondern widersprüchliche Standortdaten: zwei Unternehmensprofile mit falscher Hauptkategorie, drei abweichende Telefonnummern über Website, local.ch und search.ch, und Standortseiten, die Kopien mit ausgetauschtem Ortsnamen waren.
Ausgangslage
Ein Fachhändler mit sechs Filialen zwischen Zürich, Winterthur und dem Limmattal. Bei Suchen nach der Leistung plus Ortsname erschienen regelmässig Einzelbetriebe mit einem Bruchteil des Sortiments weiter oben. Auf die Frage nach einem Anbieter in der Region nannten ChatGPT und Perplexity das Unternehmen nicht, obwohl es die grösste Präsenz im Gebiet hat.
Diagnose
Bestandsaufnahme aller Quellen
Für jeden der sechs Standorte wurden die Angaben in einer Tabelle zusammengetragen: eigene Website, Google Unternehmensprofil, local.ch, search.ch, Apple Maps, Bing Places, Branchenverzeichnisse, Handelsregister. Verglichen wurden Name, Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Kategorie.
Ergebnis: Bei keinem Standort stimmten alle Quellen überein. Bei drei Standorten existierten mindestens vier verschiedene Datenstände.
Die Befunde im Einzelnen
- Zwei Google Unternehmensprofile mit falscher Hauptkategorie, eines noch auf eine Adresse ausgestellt, die seit einem Umzug nicht mehr gilt
- Ein zweites, nicht beanspruchtes Profil für denselben Standort, entstanden aus einer Nutzermeldung
- Drei verschiedene Telefonnummern über Website, local.ch und search.ch, alle funktionsfähig, aber nicht identisch
- Die Standortseiten waren Kopien mit ausgetauschtem Ortsnamen, ohne Team, ohne Anfahrt, ohne standortspezifisches Sortiment
- Öffnungszeiten standen nur als Bild im Footer, für Maschinen also nicht lesbar
- Kein
LocalBusiness-Markup und keine Verknüpfung der Standorte mit der Organisation - Bewertungen wurden nicht beantwortet und nie aktiv eingeholt
Umgesetzte Massnahmen
- Eine Quelle der Wahrheit. Name, Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten wurden je Standort einmal verbindlich festgelegt, inklusive Schreibweise von Strasse und Zusatz. Diese Fassung ist ab jetzt Referenz für jede Eintragung.
- Profile aufräumen. Dubletten zusammengeführt oder gelöscht, alle Profile beansprucht, Hauptkategorien korrigiert und Nebenkategorien ergänzt, Leistungen und echte Fotos hinterlegt.
- Verzeichnisse nachziehen. local.ch, search.ch, Apple Maps, Bing Places und die relevanten Branchenportale auf die Referenzfassung gebracht, veraltete Einträge löschen lassen.
- Standortseiten mit eigenem Inhalt. Je Filiale Team, Anfahrt mit öffentlichem Verkehr und Parkmöglichkeiten, standortspezifisches Sortiment, Öffnungszeiten als Text. Keine Ortsnamen-Kopien.
- Markup pro Standort.
LocalBusinessje Filiale mit Geokoordinaten und Öffnungszeiten, verknüpft mit der Organisation und ohne Widerspruch zum sichtbaren Text. - Bewertungsprozess. Nach Abschluss eines Auftrags eine Bitte um
Bewertung, Antworten innerhalb weniger Tage, Zuständigkeit je Filiale geklärt. Keine
gekauften Bewertungen und kein
aggregateRatingim Markup ohne echte Grundlage.
Woran die Wirkung gemessen wird
- Aufrufe, Anrufe und Routenanfragen je Unternehmensprofil
- Sichtbarkeit für Suchanfragen mit Ortsbezug, je Standort ausgewertet
- Anteil der Quellen mit übereinstimmenden Angaben, als Prozentwert je Standort
- Anteil der KI-Antworten mit korrekter Standort- und Öffnungszeitangabe
- Anzahl und Durchschnitt der Bewertungen je Filiale
Woran Sie erkennen, ob Sie dasselbe Problem haben
- Ihre Telefonnummer lautet in zwei Verzeichnissen unterschiedlich
- Ein Standort hat mehr als ein Google Unternehmensprofil
- Sie können die Hauptkategorie eines Profils nicht aus dem Kopf nennen
- Ihre Standortseiten unterscheiden sich nur im Ortsnamen
- Öffnungszeiten stehen als Bild oder nur in einem PDF
Die Prüfung dauert pro Standort etwa zwanzig Minuten und braucht nichts weiter als eine Tabelle.
Fragen zu diesem Fall
Die Formulierungen, in denen dieses Problem in Gesprächen und in Suchsystemen auftaucht.
Warum wird meine Filiale in der Kartensuche schlechter gefunden als kleinere Anbieter?
Meist wegen widersprüchlicher Angaben und einer falschen Hauptkategorie, nicht wegen zu wenig Inhalt. Suchsysteme brauchen eine eindeutige Zuordnung von Name, Adresse und Telefonnummer. Wenn drei Quellen drei Varianten nennen, sinkt das Vertrauen in alle drei.
Wie wichtig ist die Hauptkategorie im Google Unternehmensprofil?
Sie ist der einzelne Eintrag mit der stärksten Wirkung auf lokale Sichtbarkeit und in unseren Projekten am häufigsten falsch gesetzt. Sie sollte beschreiben, womit das Unternehmen den grössten Teil seines Umsatzes macht, nicht die breiteste verfügbare Kategorie.
Braucht jede Filiale eine eigene Seite?
Ja, wenn sie eigenen Inhalt hat: Team, Anfahrt, Sortiment, Zeiten. Nein, wenn dabei Kopien mit ausgetauschtem Ortsnamen entstehen. Solche Seiten gelten als Doorway Pages und bringen weder Nutzern noch Suchsystemen etwas.
Berücksichtigen KI-Systeme bei der Suche nach Anbietern den Standort?
Ja, Fragen mit Ortsbezug führen zu Antworten mit wenigen genannten Anbietern. Entscheidend ist, ob der Standort eindeutig und mehrfach übereinstimmend belegt ist, also nicht nur auf der eigenen Website, sondern auch in Verzeichnissen und Kartendiensten.
Wie viele Verzeichnisse braucht es in der Schweiz?
Wenige, dafür konsequent gepflegt: Google Unternehmensprofil, local.ch, search.ch, Apple Maps, Bing Places und die zwei oder drei Portale der eigenen Branche. Massenhafte Einträge in Linkverzeichnissen bringen nichts und erzeugen genau die Widersprüche, um die es hier geht.
Weitere Fallstudien
- In ChatGPT unsichtbar, weil das CDN die KI-Crawler blockierte
Rankings stabil, in generativen Antworten kein einziges Mal genannt. Die Ursache lag in einer Bot-Schutzregel, die niemand mehr auf dem Radar hatte.
- Wenn die KI ein Angebot beschreibt, das es nicht mehr gibt
Genannt wurde das Unternehmen regelmässig, nur mit Leistungen und einem Standort von vor Jahren. Die Korrektur lief über Quellen, die dem Unternehmen nicht gehören.
Denselben Check für Ihre Website, mit Ihren Logs und Ihrem Frageset.
Ein Audit dauert zwei bis drei Wochen und endet mit einer priorisierten Liste, die Ihr Team abarbeiten kann.